Respekt für Textilien

„For details ask your mother“ (frei übersetzt: Für Pflegehinweise fragen Sie bitte Ihre Mutter) schrieb einmal ein origineller Modeanbieter in das Textilkennzeichnungs-Etikett seiner Ware. Dieser schlichte Satz bringt auf den Punkt, worum es eigentlich geht, wenn wir den Respekt für Textilien und die damit verbundene Nachhaltigkeit nicht nur artikulieren, sondern auch im Alltag leben wollen: Es geht um das Grundwissen über textile Fasern und ihre Eigenschaften – damit man nicht nur als Mutter eine Antwort hat.

Foto: Shutterstock

Foto: Shutterstock

Triftige Gründe für Textilpflege mit Know-how

Kleidung, die richtig gepflegt wird, sieht wesentlich länger und wesentlich besser aus. Nur mit gepflegter Bekleidung lässt sich ein Image von Zuverlässigkeit, Sorgfalt im Umgang mit Ressourcen und Lebensgewandtheit aufbauen. Kleiderpflege ist Imagepflege. Nachhaltiges Verhalten kann und darf also durchaus egoistische Motive haben. Außerdem hat gepflegte Kleidung eine längere Lebensdauer, und nur in einem guten Zustand bekommt sie auch (als modische Markenware) das  Second-Hand-Siegel und geht in die Zweitverwertung. Und nicht zuletzt ist der Wasserverbrauch der größte Umweltfaktor in Lebenszyklus eines Kleidungsstücks, nicht etwa seine Herstellung. Und Wasser ist kostbar.

Empfehlungen für den nachhaltigen und respektvollen Umgang mit Kleidung

Sparen Sie also nicht an der Qualität Ihrer Kleidung. Eine sorgfältige Verarbeitung und ein realistischer Warenpreis etwa lassen vermuten, dass auch die Rohfaser mit Sorgfalt ausgewählt wurde und die Ware einige Waschzyklen ohne Qualitätsverlust mitmacht.

Am besten machen Sie sich mit den Pflege- und Trageeigenschaften der textilen Grundfasern vertraut. So können Sie mit einem Blick auf das Textil-Kennzeichnungsetikett sehen, wie etwas gepflegt wird. Dieses Wissen gehörte früher zur Ausbildung, um einen Haushalt führen zu können, heute sind wir selbst verantwortlich.

Behandeln Sie Textilien wie einen Freund, der Ihnen nah ist und gerade deshalb Wertschätzung und auch einmal eine Pause braucht. Kleidung (und auch Schuhe!) wollen deshalb zwischendurch ruhen und sich erholen.

Und auch das Wissen um die Dresscodes hilft weiter: Es gibt z.B. Gründe, warum Mann (oder Frau) im Sitzen den untersten Westenknopf öffnen sollte – damit im Sitzen nichts staucht und die obere Blickpartie ein gutes Bild abgibt. Der geöffnete unterste Knopf vermeidet aber auch, dass sich die innere Stofflage auf Höhe der Gürtelschließe aufraut. Viele dieser alten Tipps gelten noch heute und erhöhen die Freude an schöner Kleidung – fragen Sie ruhig Ihre Großmutter.


Autor: Katharina Starlay

Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin der ersten Stunde und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. Mit ihrer Kolumne „Starlay Express“ beim Manager Magazin begeistert sie regelmäßig tausende von Lesern. Im Herbst 2017 erscheint Ihr viertes Buch beim Frankfurter Allgemeine BUCH Verlag.
Sie hält Vorträge, gibt Seminare und coacht rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie Unternehmen für ihren Außenauftritt und entwickelt Firmenkleidung (Corporate Clothing / Corporate Fashion). Denn Aussehen, Auftreten und Benehmen von Mitarbeitern sind ein Baustein jedes Vertriebskonzepts – von Menschen und von Unternehmen.

www.starlay.de



Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.