Körpersprache beeinflusst Umsätze und Arbeitsklima

Deutscher Knigge-Rat: Respektieren Sie die Distanzbedürfnisse anderer

Bonn – Chefs und Kollegen, die nicht anklopfen und „mit der Tür ins Haus fallen“ sorgen für Frust und Abwehrhaltung. Die Empfehlung des Deutschen Knigge-Rats (www.knigge-rat.de) dazu: „Respektieren Sie auch im Betrieb die Distanzbedürfnisse anderer.“ Jeder Arbeitsplatz hat unsichtbare Grenzen, die man nicht unkommentiert überschreiten sollte. Niemand mag es, wenn andere Menschen uneingeladen und selbstverständlich ins persönliche Territorium eindringen. Kurzes Innehalten, ein freundliches Zunicken und Zulächeln sind Signale des Respekts. Ruckartige Bewe-gungen, laute Geräusche und fehlender Blickkontakt im fremden Territorium können Feindseligkeiten hervorrufen und fördern.

Foto: Shutterstock

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Doch auch die Person am Schreibtisch hat nonverbale Pflichten. Einen Besucher „nur“ einfach herein zu bitten, ihn dann aber kaum eines Blickes zu würdigen, sollten sich auch Vorgesetzte nicht erlauben – selbst wenn sie mitten in der Arbeit stecken oder telefonieren. Denn, so Günter Hübner, Körpersprache-Experte vom Deutschen Knigge-Rat: „Das Gefühl kennt keine Hierarchie, aber es reagiert auf Beachtung und Missachtung.“

Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Arbeitsklima sondern auch auf die Kauflust des Kunden. Der modernste Messestand und die edelste Geschäftseinrichtung verfehlen ihre Wirkung, wenn das Personal mit sich selbst beschäftigt ist. „Wer nicht innerhalb weniger Sekunden eines Blickes gewürdigt und damit ohne Worte kontaktiert wird, empfindet auch keine persönliche Ansprache“, so Hübner.

Gedrückt und geschüttelt

Die zum Gruß gereichte Hand, kann eine Begegnung gleich zu Beginn auf die schiefe Bahn bringen, warnt der Deutsche Knigge-Rat. Viele Vertreter reichen ihren Kunden grundsätzlich immer die Hand und treten dabei in ein Fettnäpfchen, wenn sie Gast sind. Denn: „Grundsätzlich heißt der Gastgeber seine Gäste willkommen, indem er ihnen die Hand reicht.“ Der freundlich „zuvorkommende“ Besucher, der schon mit ausgestrecktem Arm auf seinen Gesprächspartner losgeht, lasse dem Gegenüber keine andere Wahl mehr und missachte die Spielregeln der Gastfreundschaft.

Wer dann auch noch zupackt wie ein Schraubstock oder die fremde Hand so gründlich schüttelt wie ein Barmixer den Cocktail, begeht einen nonverbalen Stilbruch. Der folgende verbale Austausch ist unbewusst gestört. „Der solchermaßen Überfallene fühlt sich von seinem Standpunkt abgedrängt und nicht respektiert. Widerstand keimt auf“, erläutert Hübner.




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