Königin sucht König

von | Tischkultur | 0 Kommentare

Spargel, die „Königin der Gemüse“, schätzt die feine Gesellschaft und legt Wert auf eine stilvolle Einnahme einer gemeinsamen Mahlzeit. Ihre Ansprüche sind von wahrem königlichem Gezier. Edel und Jung soll er sein, von frischem Gemüt, leichtfüßig und zart, im Auftreten kühl und schlank im Körper und im Antlitz funkelndes Weiß.

Foto: Shutterstock

Wie ein romantischer Liebhaber

Die Rede ist vom Wein. Wie ein Liebhaber soll er die „Königin“ umwerben und verführen. Eine harmonische Vereinigung, um den Gipfel der Genüsse zu erstürmen.

Was sich wie ein romantischer Groschenroman liest ist – wie so oft im wahren Leben –  nicht ganz so einfach. Immer den passenden Wein zum Essen zu servieren scheint eine Kunst. Wer hat zu Hause schon einen Sommelier, der einen davon abhält, das zarte Gemüse mit einem von Holztönen überladenen Rotwein aus Kalifornien zu erschlagen.

Keine Panik, hier ein Tipp! Welcher Wein zu welcher Speise ist einfacher, wenn man zuerst an die Speise denkt – in diesem Fall Spargel. Er ist edel, jung und frisch, leicht und zart, von schlankem, weißem Körper. Ganz nach dem Motto: „Wie der Herr, so’s Geschirr“. Ist doch logisch!

Jung bedeutet frisch, eben ein 2019er Jahrgang. Zart und schlank hat nichts mit einem fetten Holzfaß zu tun, z. B. Barrique-Ton und leicht ist deutlich unter 13,5% vol. Alkohol angesiedelt.

Seitensprung erlaubt

Feinfruchtig mit bekömmlicher Säure, wie Spargel eben, sind Deutsche Weißweine. Die leichten Sorten Weißburgunder (Pinot Blanc), Silvaner, Riesling oder Rivaner (Müller-Thurgau) machen als königliche Begleitung die beste Figur. Und wer gar nicht vom Roten lassen kann, könnte mit einem leicht gekühlten Trollinger einen „Seitensprung“ wagen.

Nun bleibt noch die Frage der Herkunft. Aber auch das ist einfach, wenn man recherchiert in welchen Regionen Spargel und Reben gleichermaßen wachsen. Kommen beide aus der gleichen Region sollte man diese Gemeinsamkeit nutzen. Mit Baden oder Pfalz, Rheinhessen und auch Franken kann man im Grunde nichts falsch machen.

Ältere und reife Typen sind nicht gefragt

Zeigen Sie Größe und lassen Sie zumindest bei „Ihrer Majestät“ ihren vollmundigen Chardonnay im Keller. Und ist Ihr Pinot Grigio noch aus der 2017er Ernte, sollten Sie den altersschwachen Kameraden auch nicht weiter aufregen. Eine Begegnung mit „Ihrer Hoheit“ ist der nicht mehr gewachsen.

Wenn Sie sich einen jungen Wein ins Haus holen, achten Sie auch auf eine bessere Qualität, den nicht nur das königliche Gemüse schätzt stilvolle Gesellschaft, auch das was sonst noch auf dem Teller ist, wie feiner Schinken, Lachs oder kleine Steaks tun es ebenso. Ein bleibender Eindruck schindet meist ein „Kabinett“ oder eine trockene „Spätlese“.

Am besten einfach ausprobieren, dann garantier ich Ihnen eine Menge Spaß. Zum Wohl

Ihr Michael Kugel.

Bleiben Sie auf dem Laufenden.

Blog jetzt kostenlos abonnieren!

* Pflichtfelder