Die taktvolle Begrüßung

von | 14.02.2026 | Etikette, Umgangsformen, Wertschätzung

Täglich begegnen wir Menschen. Ob beruflich oder privat, bei gesellschaftlichen Anlässen oder beim Einkaufen. Nicht immer wissen wir, wie wir uns dabei verhalten sollen. Erwartet mein Gegenüber, dass ich ihm die Hand gebe, ihn gar umarme, oder reicht ein ungezwungener Gruß? Die Antwort ist einfach: Es kommt darauf an.

 

Die Berührung macht aus dem Gruß eine Begrüßung

Als erstes unterscheiden wir zwischen Grüßen und Begrüßen. Begegnet mir jemand auf der Straße oder im Fahrstuhl, reicht ein einfacher Gruß ohne Körperkontakt. Es sei denn, mir ist die Person persönlich gut bekannt. Dann kann ich selbstverständlich auch die Hand reichen oder den anderen umarmen, je nach dem, wie nahe wir uns stehen. Die Berührung macht also aus einem Gruß eine Begrüßung.

Hier sei angemerkt, dass immer der zuerst grüßt, der einen Raum betritt. Bei unserem Beispiel spricht also jeder, der den Aufzug betritt, zuerst einen Gruß aus. Dies trifft zu, egal welchen Raum ich betrete, ob ein Geschäft oder Restaurant, eine Bank, ein Büro oder das Wartezimmer beim Arzt. Ich grüße die, die sich bereits im Raum aufhalten.

Dabei ist es auch irrelevant, ob ich der Chef bin oder ein Mitarbeiter, ob ich eine Dame bin oder ein Herr, ob ich älter oder jünger bin. Betrete ich einen Raum, dann grüße ich als erstes – Hierarchie hin oder her. Nichts zu sagen, wäre schlicht weg unhöflich und wird oftmals als Arroganz oder Unwissenheit ausgelegt.

Wertschätzung zum Ausdruck bringen

Eine herzliche und angemessene Begrüßung zeigt, dass mir die andere Person wichtig ist und von mir geschätzt wird. Dazu gehört der Blickkontakt, ein freundliches Lächeln, ein angemessener Händedruck und eine offene Körpersprache. Damit signalisiere ich, dass ich bereit bin, mit dem anderen Menschen zu interagieren.

Als Zeichen des Respektes ist es angebracht, zur Begrüßung aufzustehen. Dabei ist es egal, in welchem Umfeld wir uns bewegen. Beruflich grüßt der Rangniedrigere den Ranghöheren zuerst, wobei der Höherstehende entscheidet, ob er die Hand zur Begrüßung reicht. Die Entscheidung für oder gegen den Handschlag darf im beruflichen Bereich auch der Kunde oder Gast treffen.

Im privaten Umfeld grüßt einfach der zuerst, der den anderen zuerst sieht. Hier dürfen offiziell Damen und ältere Personen entscheiden, ob sie die Hand reichen oder nicht. Ich stelle immer wieder fest, dass diese Regel bei weitem nicht mehr so vielen Menschen geläufig ist. Deshalb empfehle ich, hier einfach sensibel und aufmerksam zu sein, um Ihr Gegenüber nicht zu verärgern oder zu enttäuschen. Im Zweifelsfall sprechen Sie einfach an, was von Ihnen erwartet wird. Daraus kann sich auch ein nettes Gespräch entwickeln.

Das Händeschütteln – Zeichen friedlicher Absicht

Jemandem die rechte Hand zu einem Handschlag zu reichen, ist bei uns in Deutschland die gängige Art der Begrüßung. Es heißt, dass diese Tradition ursprünglich aus dem Mittelalter kommt. Damals wurde damit gezeigt, dass man friedlich gesinnt ist und keine Waffe in der Hand trägt.

Ich finde es schade, dass seit der Pandemie der Handschlag zur Begrüßung an Wichtigkeit verloren hat. Alternativen mit Fäusten, Ellbogen oder gar Füßen, wie wir sie noch von Politikern der damaligen Zeit vor Augen haben, werden der Bedeutung eines Händedruckes einfach nicht gerecht.

Durch die Berührung wird eine erste Verbindung zwischen zwei Menschen hergestellt. Das Händeschütteln ist somit zu einem Symbol für Vertrauen und Respekt geworden.  Gerade im Hinblick auf den aktuellen Krieg in Osteuropa plädiere ich dafür, dieses Zeichen der Verbundenheit und friedlichen Absicht wieder mehr und bewusster einzusetzen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen wunderbare Begegnungen und Fingerspitzengefühl beim Grüßen und Begrüßen Ihrer Mitmenschen.


Glaudia Chesnut

Glaudia Chestnut hat an der Gutshof Akademie die Ausbildung zum Personal Image Coach (IHK), zur zertifizierten Knigge-Trainerin sowie Wohnberaterin abgeschlossen. Gemeinsam mit ihrem Mann leitet sie das Hotel Inspiration im südostbayerischen Tittmoning. Nach ihrem Motto: manifest your best! unterstützt sie Menschen, ihre einzigartige Persönlichkeit zu entdecken und auf die bestmögliche Weise zum Strahlen zu bringen.

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