Keine Fettnäpfchen auf der documenta

Deutscher Knigge-Rat schult Mitarbeiter in interkultureller Kommunikation

Bonn/Kassel  –  Die Besucher der documenta13 in Kassel sollen sich wie zu Hause fühlen, egal aus welchem Kulturkreis sie kommen. Die Verantwortlichen der weltweit bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst lassen deshalb ihre Mitarbeiter von Experten des Deutschen Knigge-Rats (www.knigge-rat.de) schulen. Sowohl Kassen–, Garderoben– oder Aufsichtspersonal als auch Ausstellungsführer oder Beschäftigte im Souvenirshop sollen kulturelle Fettnäpfchen vermeiden und somit Irritationen und Missverständnisse verhindern. Rainer Wälde vom Deutschen Knigge-Rat: „Gerade kunstsinnige Menschen haben ein feines Gespür dafür, wie man ihnen begegnet.“

Insgesamt macht der Deutsche Knigge-Rat etwa 300 documenta-Mitarbeiter mit besonderen Sitten und Gepflogenheiten der Gäste aus den unterschiedlichsten Kulturen vertraut. Zudem erfahren sie, wie sie sich gewissermaßen als personifizierte Visitenkarte der documenta in den Dienst ihrer Besucher stellen.

Foto: Shutterstock

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So sei bereits die erste Begegnung mit einem Gast für den weiteren Verlauf des Kontakts entscheidend. „Denn der Besucher bildet sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Yale University schon nach 13 Millisekunden ein erstes Urteil.“ Nach der Begegnung bleiben ihm vor allem Kleidung und andere Äußerlichkeiten in Erinnerung (55 Prozent) sowie Stimme und Tonlage (38 Prozent). An Inhalte dagegen erinnern sich nur zu sieben Prozent.

Ein besonderes Augenmerk widmen die Knigge-Rat-Experten der interkulturellen Kommunikation. „Vor allem die nonverbale Kommunikation hält einige Fettnäpfchen bereit“, erklärt Gerhard Hain. So bedeutet das amerikanische OK-Zeichen in Japan Geld, in Frankreich Null, in Lateinamerika entspricht es unserem „Stinke-Finger“ und in Tunesien gar „Ich bring Dich um“. Gerade um Missverständnisse zu vermeiden, sei es wichtig, die Besonderheiten der Verständigung anderer Kulturen zu kennen. Dies gelte im Übrigen auch für jeden Auslandsreisenden, rät der Deutsche Knigge-Rat.




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