Deutscher Knigge-Rat veröffentlicht Schul-Knigge

Aufforderung an Schüler: Grüßt mal wieder Eure Lehrer

Bonn – Gutes Benehmen ist kein Selbstzweck, sondern praktische Umsetzung der Werte Respekt und Höflichkeit, Toleranz und gegenseitige Wertschätzung. Gutes Benehmen stärkt das Selbstvertrauen und bewirkt eine positive Aus­strahlung auf andere. Zudem ist es eine wichtige Voraussetzung für Bewerbungen und Erfolg im Beruf, schreibt der „Deutsche Knigge-Rat“ Schülern ins Stammbuch.

Dazu zählt auch: „Grüßt mal wieder Eure Lehrer.“ Und dies deutlich vernehmbar mit Namen und Blickkontakt. Untereinander hat ein vulgärer, beleidigender Umgangs­ton oder aggressives Nachäffen von Dialekten und fremden Sprachen nichts verloren. „Aus solchem Verhalten entstehen die meisten Streitigkeiten bis hin zur Gewaltan­wendung“, warnt der Knigge-Rat, der jetzt einen zehn Punkte umfassen­den Schul-Knigge veröffentlichte.

Foto: Shutterstock

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Mobbing ist feige – Handy ist out

Danach gilt unter anderem: Nur Egoisten und Menschen mit schlechter Kinderstube brüllen andere nieder. Jeder hat das gleiche Recht, dass andere ihm zuhören und ihn aus­reden lassen. „Viel intelligenter ist es, gut zuzuhören, fair zu bleiben und dabei herauszufinden, warum der Andere anders denkt“, rät Alexander Freiherr v. Fircks, Gründungsmitglied im Deutschen Knigge-Rat und Leiter der Protokollakademie Hannover.

Wer Mitschüler mit gezielten Halb­wahrheiten, Lügen und Gerüchten mobbt, ist kein Klassenheld, sondern hinterhältig und feige. Betroffenen rät der Deutsche Knigge-Rat, nicht zu schweigen, sondern sich sofort Lehrern oder den Eltern anzuvertrauen. „Das macht frei und mutig.“

Selbstbewusstsein gewinnt, wer statt großer Klappe Verantwortungsbereitschaft zeigt und sich freiwillig für die Klasse oder die Schule engagiert, sei es als Klassen­sprecher oder bei der Schülerzeitung. Ebenso gefragt sind Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. „Das vertrottelte Verschlafen von Unterrichtsbeginn oder Pausenende ist rücksichtslos und nervt nicht nur Lehrer sondern auch die Mitschüler.“ Die Nerven­säge Nummer eins im Unterricht ist jedoch das Handy. „In ist, wer das Handy ausschaltet.“

Das „Kleine Schul-Outfit“ fördert das Wir-Gefühl

Viel zu mehr Rücksicht und Gemeinsamkeit könnten nach Ansicht des Deutschen Knigge-Rats auch die Schulleitungen beitragen, indem sie das „Kleine Schul-Outfit“ einführen. Einheitlich ist dabei nur das Oberteil der Kleidung. „So wird Marken-Mobbing vermindert und das Wir-Gefühl der Schüler ge­stärkt.“ Denn: Wer nicht mit bestimmten Marken mithält, wird oft gnadenlos gemobbt. „Somit kann die Kleidung zum krankmachenden Schüler-Stress ausarten.“




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